Werkstudenten

Mittelständler müssen für Fachhochschulen cool werden

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Forschung und Innovation sind auch für kleine Unternehmen Mittel zur Fachkräfterekrutierung. Wenn sie Abschlussarbeiten fördern oder Stipendien vergeben, profitieren selbst Handwerker.

Werkstudenten sind in vielen Unternehmen seit langem eher die Regel als die Ausnahme – in den großen Konzernen sowieso, aber auch bei kleineren Mittelständlern oder in traditionellen Handwerksbetrieben. Moderne Technologien und neue Anforderungen von der Produktentwicklung bis zum Marketing machen es für immer mehr Firmenchefs interessant, sich Know-how in Form von Werkstudenten ins Haus zu holen. Selbst Big Data und die entsprechenden Forschungsgegenstände spielen ja bereits in vielen Unternehmen eine Rolle, beispielsweise in Form von Kunden- und Produktdatenbanken als Basis für besseren Service und erfolgreiches Cross-Selling. Zeitgemäßes Projektmanagement und damit verbundene Qualifikationen sind sowie schon seit Jahren ein großes Thema. Logisch: In zahlreichen Branchen, etwa am Bau, müssen auch kleine Unternehmen je nach Tätigkeitsschwerpunkt zumindest vorübergehend als Rädchen im Getriebe eines internationalen Großprojekts funktionieren. Und die Verfeinerung der eigenen Produkte oder Dienstleistungen lässt selbst im womöglich kleinsten Betrieb noch Raum für Forschung – nicht nur, aber auch natürlich in Technologiebranchen.

Kontakte durch die Förderung wissenschaftlicher Arbeiten

Damit liegt auf der Hand, warum so gut wie jedes Unternehmen vom Einsatz eines Werkstudenten – entweder von der nahegelegenen Fachhochschule oder einer speziellen Ausbildungseinrichtung für die jeweilige Branche – profitieren kann. Die jungen Leute wiederum erhalten die Chance, praktische Erfahrung in einem Betrieb zu sammeln und dort möglicherweise ein eigenes Projekt für die Ausbildung oder sogar ihre Abschlussarbeit zu realisieren. Damit wirken Unternehmer, die Werkstunden beschäftigen, dem Fachkräftemangel entgegen und bauen selber Kontakt zu potenziellen Kandidaten für einen Expertenjob auf. Dazu dienen können auch Stipendien oder andere Arten der Studienförderung, die nicht notwendigerweise gleich ins Unternehmen führen, aber doch den eigenen Namen auf dem Bewerbermarkt bekannt machen. DATEV etwa fördert mit dem Dr.-Heinz-Sebiger-Preis herausragende Promotionsarbeiten in den Themenfeldern Digitalisierung, Datenschutz und IT-Sicherheit sowie Arbeiten rund um das Thema Genossenschaft und bringt dem Fachkräftenachwuchs so zugleich nah, wofür das Unternehmen steht.

Unternehmer sollten gezielt Werkstudenten ansprechen

Das Unterstützen von Forschungsarbeiten ist übrigens auch ein Weg, die bereits im Unternehmen angestellten Mitarbeiter bei der Weiterbildung zu unterstützen – neben den klassischen Formen wie Kursen und Seminaren. Gerade Betriebe im Technologiebereich, wie etwa Ingenieurgesellschaften oder Maschinenbauunternehmen, sollten gezielt ihren Vorteil nutzen, ein attraktives Forschungsobjekt oder -umfeld zu bieten. Wie groß die Not bei der Suche nach Fachkräftenachwuchs ist, zeigt unter anderem die Tatsache, wie fantasievoll Unternehmen in Kooperation mit Hochschulen oder teils sogar Konkurrenten agieren. Mittelständler sollten also ruhig mal die Veranstaltungsverzeichnisse oder Homepages von Lehrstühlen vor allem der Fachhochschulen, aber auch Universitäten in ihrem Umkreis studieren – und Kontakt aufnehmen, um Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Die Zusammenarbeit dürfte sich auch aus Unternehmenssicht lohnen.

Geförderte Forschungsprojekt auch für kleine Betriebe

Für innovative Mittelständler, die ihren Mitarbeitern neue Perspektiven im Job oder in der Weiterbildung geben wollen, lohnt auch ein Blick in die Forschungsförderung. Schreibt eine öffentliche Stelle aus Bund, Ländern oder auch EU zufällig ein gut passendes Forschungsprojekt zur Förderung aus, findet sich das dort. Die Suche kann sich rasch bezahlt machen – es gibt einige Projekte, die speziell für Mittelständler gedacht beziehungsweise mit Blick auf den geforderten Eigenanteil erschwinglich sind. Eine weitere interessante Anlaufstelle auch für kleine Mittelständler ist die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. (AiF). Sie fördert gezielt kleine und mittlere Unternehmen aus bestimmten Branchen bei der Forschung – insbesondere in den diversen technologischen Bereichen – und tritt im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums als Projektträger in Aktion. Das dürfte mit Blick auf die zuweilen knifflige Innovationsfinanzierung also ganz hilfreich sein und ebenfalls den Zugang zu interessierten, interessanten Fachkräften eröffnen.

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