Familienfreundlichkeit

Geben Sie den Mitarbeitern Zeit für Kinder und Pflegebedürftige

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Vielen Beschäftigten machen Probleme bei der Betreuung von Kindern oder kranken Angehörigen zu schaffen: Bietet der Unternehmer hier Unterstützung, steigert das die Motivation und Leistungsfähigkeit.

 

Morgen ist der „Kindergarten Tag“. Wieder mal ein Gedenktag, der zu denken gibt. Nicht weil er – wie der gleichzeitig stattfindende „Tag der langen Wörter“ (Big Word Day) – irgendwie merkwürdig wäre, sondern weil er als „National Kindergarten Day“ ebenfalls vor allem in den USA gefeiert wird. Dort haben sie ja bekanntlich das deutsche Wort Kindergarten einfach übernommen. Anlass für die Wahl des Datums war der Geburtstag von Kindergarten-Erfinder und Pestalozzi-Schüler Friedrich Wilhelm August Fröbel am 21. April 1782. Was an dem Gedenktag nachdenklich macht, ist die Tatsache, dass Unternehmer hierzulande zu diesem Anlass gar nicht feiern – schließlich hilft das pädagogische Konzept Kindergarten auf vielfältige Weise, Mitarbeitern das Elternsein im Beruf zu erleichtern und sie durch Kinderbetreuung bei der Arbeit zu unterstützen. Familienfreundlichkeit ist, man kann es nicht anders sagen, aus unternehmerischer Sicht ein Produktivitätsfaktor. Außerdem tun sich familienfreundliche Betriebe, die den Beschäftigten etwa Angebote zur Kinderbetreuung machen, deutlich leichter bei der Suche nach Fachkräften – auch und gerade in der Provinz. Gute Gründe für Firmenchefs, wenn nicht gleich einen Betriebs-Kindergarten, dann doch wenigstens betriebliche Konzepte zur Kinderbetreuung für sich (neu) zu erfinden.

Kinderbetreuung ist für den Betrieb ein Produktivitätsfaktor

Es muss nicht unbedingt die Gründung der eigenen Betriebskita sein, wie etwa bei DATEV. Für kleine Unternehmen kann schon reichen, Antworten auf die wesentlichen Betreuungsfragen der Mitarbeiter zu finden: Wie lässt sich Kinderbetreuung in den langen Sommerferien organisieren oder auch bei einem Notfall? Das wichtigste hierbei ist ein für das Unternehmen passender Mix aus Heimarbeit, Zeitkonto, Kitazuschuss und Kinder-Arbeitszimmer im Betrieb sowie eventuell dem zugebuchten Kita-Platz in einer öffentlichen Einrichtung. Eine intelligente Kombination solcher Angebote gibt Mitarbeitern mit akutem Betreuungsproblem die notwendige Flexibilität, sich vorübergehend während der Arbeitszeit um ihr Kind zu kümmern beziehungsweise es in eine gute Betreuung zu geben, statt komplett den Dienst in der oder für die Firma einstellen zu müssen.

Auch die Pflege von Angehörigen kann Mitarbeiter belasten

Mit Blick auf die auch aus Betriebssicht so wichtige Familienfreundlichkeit darf es übrigens nicht nur um Kinder gehen. Die Pflege von Angehörigen kann in der alternden Gesellschaft ebenfalls die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu einer enormen Herausforderung machen und sich auf die Produktivität der Mitarbeiter auswirken – ohne Unterstützung durch den Betrieb sicher eher negativ. Und auch die Pflege von Angehörigen kann quasi über Nacht zum Thema werden. Der Internationale Kindergartentag wäre also ein guter Anlass, sich als Chef mal grundsätzlich zu fragen, wie familienfreundlich der eigene Betrieb eigentlich ist und an welchen Stellen möglicherweise Verbesserungen sinnvoll sind. Die nächsten Sommerferien, Elternzeiten, kranken Kinder oder Pflegefälle in Familien der Mitarbeiter kommen bestimmt.

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