Fasching

Karnevalistische Pannen in großer Polonaise umrunden

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Ab morgen drehen die Narren und Jecken richtig auf – zumindest in der Hälfte der Republik. Ob selbst närrisch oder nicht – Arbeitgeber in den Karnevalshochburgen haben einiges zu beachten.

 

Morgen ist Weiberfastnacht. Mein Tipp für jeden, der an diesem Tag in eine der Karnevalshochburgen muss: Warm anziehen und die älteste Krawatte umbinden. Oder als Frau: Eine Schere mitnehmen. Selbst seriöse Unternehmerinnen – oder Angestellte – geben in Regionen, wo die fünfte Jahreszeit gilt, ab 11 Uhr 11 ihre vornehme Zurückhaltung auf, bisweilen sogar in Geschäftsterminen. Da fällt dann schnell der Schlips des Gesprächspartners einer alten Tradition zum Opfer und wird kurzerhand abgeschnitten. Aber nur, sofern sich das Opfer nicht ernsthaft dagegen wehrt. Ein Recht auf karnevalistisches Schnippschnapp haben Narren und Jecken nicht.

Viele Betriebe sind in der fünften Jahreszeit nicht erreichbar

Auch jenseits der morgigen Scherenspielerei stellen Fasching, Fastnacht und Karneval viele Unternehmer vor Herausforderungen. Selbst weit von den Karnevalshochburgen entfernte Betriebe müssen sich darauf einstellen, dass mit manchen Geschäftspartnern von Mainz bis Düsseldorf, aber auch in München oder Franken vorübergehend kein geregelter Informationsaustausch möglich ist. Ich selbst plane Anrufe dahin geschickt um die Tage zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch herum. Präsenztermine vermeide ich sowieso – nicht wegen eventueller Scheren- und Zuprost-Attacken, sondern angesichts umfassender Parkverbote wegen der Karnevalszüge sowie heillos überfüllter öffentlicher Verkehrsmittel. Schon in meiner Heimatstadt Wiesbaden muss ich jedes Jahr an das Parkverbot um die Ecke für den Umzug am Sonntag denken.

Alkohol und Krümel können elektronische Geräte ruinieren

Eine besondere Herausforderung sind die tollen Tage für Unternehmer in den betroffenen Regionen unter dem Aspekt des Arbeitsrechts sowie der Sicherheit. Am besten wäre es natürlich, den Laden ein paar Tage dicht zu machen – wobei solche Betriebsferien rechtzeitig geplant und mit den Mitarbeitern besprochen oder Geschäftspartnern bekannt gegeben werden sollten – kleiner Tipp für nächstes Jahr. Wer den Betrieb aufrechterhalten will, sollte wenigstens klare Regeln fürs Feiern aufstellen. Dringend empfehlenswert sind beispielsweise Vorkehrungen für die Gerätesicherheit, also die Frage, wo Kreppel und Sekt verzehrt werden dürfen oder eben nicht. Die Polonaise sollte bestimmte Geräte in großem Bogen umrunden und Technikräume ganz aussparen, um krümel- oder flüssigkeitsbedingte Schäden an Druckern und Servern zu verhindern. Bedienen die Mitarbeiter auch Maschinen oder müssen sie Auto fahren, sollten sich Unternehmer auch Gedanken über Alkoholverbote machen – zu viel Sekt, Wein, Bier oder Bowle wären dann schlicht ein Sicherheitsrisiko.

Freie Tage sollten nicht zum Gewohnheitsrecht werden

Wer jetzt noch Bedenken bekommt und seinen Mitarbeitern spontan frei geben will, sollte dies allerdings vorher mit dem Rechtsanwalt besprechen. Solche Entscheidungen sind so zu formulieren, dass sich aus dem einmal verkündeten Faschings-Frei nicht eine betriebliche Übung entwickelt, also ein Gewohnheitsrecht der Mitarbeiter. Sicher ist es sinnvoll, auch die Reaktion der Kunden abzuwarten – nicht alle werden begeistert sein.

Gemeinsame Faschingsaktionen fördern das Betriebsklima

Wer – gegebenenfalls noch spontan – gemeinsam mit seinen Beschäftigten feiern will, sollte mit dem Steuerberater kurz über Dinge wie Lohnsteuerfreiheit reden. Hier ist seit ein paar Jahren manches leichter als zuvor, aber nicht unbedingt immer alles eindeutig. Vielleicht nutzen Sie ja die Gelegenheit für eine karnevalistische Gemeinschaftsaktion und backen in der Firmenküche gemeinsam ein paar Kreppel – das haben die Kollegen aus der Lehrredaktion Radio, in der ich vor Jahren gelernt habe, nun mit offensichtlich viel Spaß ausprobiert. Wer Backfans in der Belegschaft hat, kann dabei vielleicht auch ein bisschen mit dem Süßkram experimentieren – und danach gemeinsam Karneval, Fasching oder Fasnet feiern.

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