Fördermittel

So kommen Sie leichter an Geld vom Staat

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Fördermittel gehören in jeden Finanzierungsmix. Wer gezielt staatliche Unterstützung sucht und den Antrag akribisch mit dem Steuerberater vorbereitet, hat gute Chancen auf eine günstige Kapitalspritze.

Dass Fördermittel ein großes Thema sind, zeigt schon die Trefferzahl einer Google-Suche: 3,3 Millionen. Richtig interessant aber sind für Unternehmer die Euro-Beträge, die hinter manchem Treffer stehen. Grundsätzlich darf man das Angebot an Fördermitteln hierzulande als üppig bezeichnen. Allein die KfW-Bankengruppe vergab 2016 über 21 Milliarden Euro an deutsche Firmen. Auch andere Institutionen fördern Unternehmen in bestimmten Regionen, Branchen oder Entwicklungsstadien, etwa Start-ups. Geld winkt für Investitionen in unterschiedlichste Vorhaben, von Forschung und Entwicklung über Energiesparen bis zur betrieblichen Gesundheitsvorsorge. Wichtig für Firmenchefs: Wer die Mittel anzapfen will, muss das passende Programm finden, die Voraussetzungen erfüllen und den Antrag formgerecht stellen. Vielleicht sind Recherchen in diese Richtung eine schöne Beschäftigung für die Winterpause?

Mögliche Förderanlässe gibt es viele

Starten sollten alle Überlegungen ruhig mit der KfW. Ihr Förderschwerpunkt blieb 2016 der Bereich „Umwelt und Energie“ mit einem Volumen von 10,7 Milliarden Euro, vor allem durch das Energieeffizienzprogramm. Ebenso umfangreich war die allgemeine Unternehmens- und Gründungsfinanzierung. Unterstützung gibt es aber auch in anderen finanziellen Lebenslagen. Für Existenzgründung und Wachstum etwa finden sich Beratungsgutscheine, Zuschüsse, günstige Darlehen oder Bürgschaften und Eigenkapital, beispielsweise als Nachrangdarlehen oder öffentliche Beteiligung, sowie Dienstleistungen wie das Gründercoaching.

Spezieller Bedarf

Weitere Förderprogramme von Bund, Ländern und EU listet die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) auf. Sie informiert über Antragsweg und Bedingungen. Das Ministerium bietet Existenzgründern einen breiten Überblick. Zudem gibt es Hilfen und Hinweise beispielsweise zur Vorbereitung von Kreditgesprächen. Deutsche Energie-Agentur und Spitzenverband der Gebäudetechnik (VdZ) liefern Infos zu Fördermitteln rund um die energetische Sanierung, was für viele Handwerksbetriebe wichtig ist. Innovative Unternehmer sollten sich bei der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ (AiF) informieren. Gerade bei Innovationen hakt es trotz mancher guten Idee oft bei Finanzierung wie Fördermitteln. Forschung und Innovation unterstützt neben dem Bundesministerium für Bildung und Forschung auch das Bundeswirtschaftsministerium, vor allem für Energie-, Luftfahrt-, Raumfahrt-, maritime, Verkehrs- sowie Informations- und Kommunikationstechnologien. Auch für Exporte vor allem kleiner und mittlerer Unternehmen gibt es Geld. Bund, Länder und EU unterstützen Betriebe in strukturschwachen Regionen.

Die Planung

Ganz wichtig: Unternehmer sollten die für sie infrage kommenden Fördermöglichkeiten kennen, bevor sie tiefer in die Projektplanung oder gar ins Finanzierungsgespräch bei der Bank einsteigen. Der Antrag muss meistens über ein Kreditinstitut gestellt werden, aber die Berater dort bringen die staatliche Förderung nur selten ins Spiel – oft, weil sie keine Lust haben, sich mit Förderanträgen zu beschäftigen. Daher sollte der Firmenchef vorab mit seinem Steuerberater interessante Programme studieren und mit ihm diskutieren, welche Fördermöglichkeit sinnvoll ist und ob der Businessplan passt. Handwerkskammern, Verbände, Unternehmensberater oder regionale Initiativen bieten ebenfalls Beratung an. Beim fördernden Ministerium, der EU-Institution oder der KfW  sowie auch dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle lassen sich dann gegebenenfalls weitere Details erfragen.

Anpassen besser nur behutsam

Um Fördermittel anzuzapfen, muss der konkrete Finanzbedarf exakt zum Thema passen, dem das jeweilige Programm gilt. Und natürlich muss der Unternehmenssitz am richtigen Ort sein. Es kann also sinnvoll sein, eine spezielle Förderberatung in Anspruch zu nehmen, um gegebenenfalls besondere Anforderungen zu erfüllen. In manchen Fällen könnte allerdings einiges dagegen sprechen, die ursprüngliche Planung nur um des Fördergeldes willen zu sehr an von außen vorgegebene Bedingungen anzupassen. Unternehmer sollten dann kritisch abwägen und alternative Finanzierungsmöglichkeiten oder Wirtschaftlichkeitsberechnungen mit dem Steuerberater durchgehen.

Der Antrag

Der Förderantrag selbst läuft in der Regel über die Hausbank, bevor das Projekt realisiert wird. Auf das Kreditgespräch muss sich der Unternehmer nicht nur mit Blick auf das von ihm favorisierte Förderprogramm gut vorbereiten, sondern auch insgesamt. Zu den Förderanforderungen hinzu kommen natürlich die für Finanzierungsgespräche üblichen Aspekte: ein guter Überblick über die Zahlen und eine überzeugende Strategie, also ein Businessplan.  Wer den vorab mit dem Steuerberater wasserdicht gemacht hat und dann auch noch genau erklären kann, wie das Förderprogramm ins Bild passt, hat gute Chancen auf Geld vom Staat und von der Bank.