Mediation

Schlichten lassen ist meist besser als richten lassen

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Oft lassen sich Konflikte durch einen Interessenausgleich besser lösen als vor Gericht. Eine App dürfte dafür aber nicht genügen – hier sind eher Tipps etwa vom Anwalt oder Steuerberater gefragt.

Was für einen Unterschied doch eine kleine Buchstabenumstellung macht – integrieren und intrigieren, Meditation und Mediation … Neulich habe ich von einer Mediations-App gelesen. Mediation – nicht Meditation. Wie sich herausstellte, ging es aber zumindest ein wenig in Richtung jener Art von App, die man auch aus dem Bereich Meditation und Stressbekämpfung bereits kennt: Ausgewertet werden unter anderem Puls- und Herzschlag sowie der Tonfall eines Gesprächs, um insbesondere Paare vor einem Konflikt zu warnen, der sich gerade anbahnt – so der Ansatz der App. Aber der Beitrag stand tatsächlich auf der Seite eines der Fachverbände für Mediation und Wirtschaft. Und warf für mich deshalb automatisch die Frage auf, ob sich das bald auch für komplexere Situationen im Betrieb nutzen lässt.

Im Geschäft mit Verbrauchern ist Streitbeilegung ein Muss

Das wäre sicher eine gute Idee, denn zu Streit kann es im Unternehmen immer mal wieder kommen. Warum also nicht Mitarbeiter auf eventuelle Reizbarkeit hinweisen? Darüber hinaus ist Mediation generell ein Thema, das Unternehmer ernst nehmen sollten. Reibungsfläche bietet nicht nur der Umgang mit den Beschäftigten, sondern auch mit Geschäftspartnern, Wettbewerbern, Kunden oder dem Finanzamt – gerade für Inhaber kleiner Betriebe, die bei allen möglichen Themen meist selbst an der jeweiligen Front stehen. Für Geschäfte mit Verbrauchern müssen sie sowieso schon auf außergerichtliche Streitbeilegungsmöglichkeiten hinweisen. Natürlich sind Firmenchefs stets gut beraten, einen Rechtsanwalt ihres Vertrauens zu konsultieren – gerne auch vorbeugend, um eventuellen Problemen gleich aus dem Weg zu gehen. Oft aber erweist es sich bei konkreten Konflikten als besser, nicht gleich vor Gericht zu ziehen oder sich zerren zu lassen, sondern erst die Möglichkeiten zur Mediation auszuloten. In aller Regel ist das günstiger. Die Mediationsstunde kostet nach Angaben der IHK Darmstadt im Schnitt 150 Euro.

Bei der Wahl eines Mediators auf Empfehlung achten

Auch viele Anwälte bieten Mediation an. Die ist zwar nicht Teil ihres beruflichen Aufgabenfelds, aber durchaus damit verwandt. Darüber hinaus werden Unternehmer auch bei Verbänden für Mediation fündig. Am besten ist es aber, bei der Suche nach einem Mediator einen befreundeten Unternehmer oder auch den Anwalt oder Steuerberater um einen Tipp zu bitten. Gute Erfahrungen sind enorm wertvoll, wenn es um Vertrauen und Verlässlichkeit geht wie bei der Mediation.