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Der feine Unterschied zwischen Girokarte und Mastercard Debit

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Ändert eine Bank ihr Konten- und Kartenmodell, sollte der Kunde unbedingt genau die AGB studieren. Das neue Plastikgeld muss nicht automatisch von jedem Händler akzeptiert werden.

Welch peinliche Situation: Mit einem Wagen voller Einkäufe steht der Unternehmer an der Großmarktkasse. Da sagt der Händler in Hörweite anderer Kunden: „Tut mir leid, die Karte geht nicht.“ Probleme beim Bezahlen, möglicherweise wegen eines ungedeckten Kontos? Solche Gerüchte haben schon manchen Selbständigen die wirtschaftliche Existenz gekostet. Dabei steckte der junge Mann, der die Ware nach einem Abstecher zum nächsten Bankautomaten bar bezahlte, gar nicht in finanziellen Schwierigkeiten. Er hatte sich nur auf die – offenkundig falsche – Zusicherung seiner Bank verlassen, trotz eines neuen Kartenmodells, nämlich der Umstellung von der klassischen Girokarte auf die aggressiv in den Markt drängende Mastercard Debit, bleibe alles beim Alten.

Nicht jeder Händler akzeptiert jede Giro- oder Kreditkarte

Der Wettbewerb zwischen Girokarte und Mastercard Debit, die die Funktionen von Girokarte und Kreditkarte vereinen soll, fordert Opfer unter den Unternehmern. Betroffen ist, wer sich für ein Firmenkonto mit Girokarte entschieden hat, weil man damit fast überall zahlen kann, und jetzt auf die Debit Mastercard zwangsumgestellt wird. Die wird an weltweit circa 40 Millionen Verkaufsstellen akzeptiert und hierzulande an rund 90 Prozent der Einkaufs- und Verkaufsstellen, aber eben doch nicht immer. Etwa nicht bei jenem Großmarkthändler, der dem Existenzgründer an der Kasse einen peinlichen Zwischenfall bescherte.

Auf Kosten, Konditionen und Eintrag bei der Schufa achten

Dieser junge Unternehmer ist übrigens nicht nur sauer, weil er nun keine Girokarte mehr hat, sondern auch wegen der schlechten Informationspolitik seiner Bank. Die Aussage, alles bleibe beim Alten, ist in seinem konkreten Fall mit Blick auf die Akzeptanz der Mastercard Debit falsch. Und sie trifft generell nicht zu, da die Bank mit Umstellung auf die Mastercard Debit den Cashpool verlassen hat, über den Kunden an 3.000 Automaten gebührenfrei Bargeld bekommen. Künftig ist für ihn eine Abhebung pro Monat kostenlos, jede weitere Transaktion wird mit drei Euro berechnet. Außerdem scheint, für viele Selbständige nicht unwichtig, automatisch ein Schufa-Eintrag für eine Kreditkarte erstellt zu werden, obwohl man die Funktion vielleicht nicht will, weil man eine andere Kreditkarte hat. Möglicherweise hat das entsprechende Auswirkungen auf die Berechnung der Bonität, wie in Internetforen diskutiert wird.

Änderungen der AGB gut studieren und eventuell wechseln

Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile des neuen Karten- und Kontenmodells hat sich der junge Unternehmer entschlossen, die Bank zu wechseln. Sein Vertrauen in das Geldinstitut ist weg. Bei der Suche nach einem neuen Konto wird der Blick jetzt nicht nur auf die allgemeinen Kosten und Konditionen gehen, sondern auch auf das Kleingedruckte in Produktbeschreibung und AGB. Wer unter dem Punkt „Girocard“ mit dem Maestro-Logo wirbt, kommt nicht in die engere Wahl, denn dahinter steckt die Mastercard Debit und nicht die klassische Girokarte. Auch für alle anderen Unternehmer gilt, die Entwicklung bei Kosten und Konditionen ihres Kontos gut im Auge zu behalten und jede Information zu einem neuen Modell oder geänderten AGB genau zu studieren – um nicht plötzlich an der Kasse als zahlungsunfähig zu erscheinen.