Smarter Mittelstand

Jeder Betrieb kann von der Digitalisierung profitieren

NEUER KOMMENTAR
Beitrag teilen

Ob „Industrie 4.0“ oder „Handwerk 4.0“ – die Zukunft der Wirtschaft ist digital. Unternehmer sollten im Austausch mit anderen Firmenchefs sowie Experten die richtigen Wege zur Digitalisierung diskutieren.

Nach den Fernsehduellen der Kanzlerkandidaten beziehungsweise kleineren Parteien nimmt der Wahlkampf langsam Fahrt auf. Und zumindest ein wenig Erwähnung fand etwas, das Gesellschaft und Wirtschaft nachhaltig verändern wird – die Digitalisierung. Ob die Politiker die Tragweite des Themas – über schöne Reden bei Messen und Kongressen hinaus – wirklich begreifen und Ankündigungen dann auch Taten folgen lassen, bleibt aber fraglich. Beispiel schnelles Internet: Es wird darüber gesprochen, wie wichtig eine entsprechende flächendeckende Infrastruktur für die Wirtschaft ist – doch auf dem Land surfen viele Unternehmer im Schneckentempo oder fahren wichtige Daten per USB-Stick durch die Gegend.

Mehr Umsatz durch Drohnen, Apps und Big Data

Aber Digitalisierung ist mehr als ein Thema für wahlkämpfende Politiker. Inzwischen sollte jeder Firmenchef wissen, dass digitale Technologien in Form von Mobilgeräten, umfassender Vernetzung sowie völlig neuer Servicemodelle die Wirtschaft vor enorme Herausforderungen stellen und den Boden für früher undenkbare Geschäftsmodelle bilden. Er sollte sich fragen, wie seine Branche und sein Betrieb betroffen sein könnten – und bereits Ideen haben, wie er vom Einsatz digitaler Technologie profitieren kann. Wichtig ist dabei, dass jeder Unternehmer seinen individuellen Vorteil in der Digitalisierung findet. Es geht nicht darum, das zu tun, was alle machen – sondern das, was das eigene Unternehmen voranbringt. Beispiele dafür gibt es, etwa unter dem Schlagwort „Handwerk 4.0“ – da werden Drohnen zur Bauwerkskontrolle eingesetzt, Termine per App vereinbart oder potenzielle Kunden und Mitarbeiter über Marketingaktionen in den sozialen Medien angesprochen. Sogar Big Data kommt inzwischen zum Einsatz – gute Datenanalysen können die Beratungsqualität erheblich verbessern und auf diese Weise die Kundenzufriedenheit nachhaltig steigern.

Die richtigen Wege der Digitalisierung finden

Tatsächlich scheinen viele Firmenchefs  vom Thema Digitalisierung aber überfordert zu sein – und das nicht nur in den ganz kleinen Betrieben. „Wir müssen uns um Big Data kümmern. Wir müssen unsere Prozesse verschlanken. Wir müssen den E-Commerce vorantreiben. Und, und, und, die Aufgabenliste wird jeden Tag länger. Ist das die digitale Transformation, von der alle reden – und unter der offenbar jeder etwas anderes versteht?“, schreibt Vanessa Weber, Geschäftsführerin der Werkzeug Weber GmbH & Co. KG, im Magazin „impulse“. „Ich wusste immer glasklar, wo ich mit meiner Firma hinwill, hatte einen guten Riecher für neue Geschäftsfelder. Aber nun habe ich zum ersten Mal das Gefühl: Ich weiß nicht, welcher Weg der richtige ist. Es gibt so viele Möglichkeiten!

Austausch mit Unternehmern und Experten hilft

Ja, es gibt so viele Möglichkeiten. Aber die Reaktion darauf kann kaum Untätigkeit sein, frei nach dem Motto: Wenn ich nicht den Königsweg herausfinde, gehe ich gar nicht los. Die Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten, aber instrumentalisieren, um die Zukunft des eigenen Betriebs zu gestalten. Dabei helfen der intensive Austausch mit anderen Unternehmern sowie die Diskussion mit Fachleuten in Branchenverbänden oder auf Digitalisierungsthemen spezialisierten Experten. Foren dafür gibt es genug, etwa die Veranstaltungsreihe „Smarter Mittelstand – Digitalisierung 4.0“. Wer solche Gelegenheiten verpasst, um Anregungen zu bekommen, könnte bald in einer Sackgasse landen, weil seine kaufmännische Organisation, seine Produktentwicklung, sein Kundenservice oder vielleicht sein ganzes Geschäftsmodell plötzlich von gestern ist.