Fachkräftesuche

Coole Angebote locken Bewerber in die Provinz

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Unternehmen abseits der Ballungsräume finden nur mit ausgefeilten Strategien qualifizierte Mitarbeiter. Gute Argumente sind Familienfreundlichkeit, Entscheidungsfreiheit, hohe Lebensqualität.

 

Mancherorts laufen die Ferien noch, anderswo geht so langsam die Arbeit wieder los und auch das Ausbildungsjahr, zu dem hoffentlich die gesuchten Lehrlinge gefunden wurden. Wenn die Wirtschaft langsam aus dem Sommerloch krabbelt und sich eine erste Bilanz bei der Rekrutierung von Nachwuchskräften ziehen lässt, ist – gerade für Unternehmer in der Provinz – ein guter Zeitpunkt für die Frage, wie sie dringend benötigte Fachkräfte ausgerechnet an ihren Firmensitz locken können. Etwa in das Dörfchen in der hintersten Eifel, in das kleine Städtchen in der Oberpfalz, an den Rand der mecklenburgischen Seenplatte – dahin, wo Kindergärten und Schulen nebenan Mangelware sind, wo der Supermarkt eine Autofahrt entfernt ist und wo es kaum Hausärzte gibt, geschweige denn Geburtsstationen. Auch bei Kulturangeboten: weitgehend Fehlanzeige. Arbeitgeber in der Provinz müssen sich schon etwas einfallen lassen, damit Bewerber kommen und dann auch bei ihnen bleiben.

Auch Unternehmen in der Provinz können cool sein

Das Werben um Schüler ist bestenfalls langfristig eine Option – dafür eine gute, wie hier neulich schon stand. Kurzfristig aber müssen Firmenchefs andere Schritte gehen. Wie der IT-Unternehmer aus der Oberpfalz, über den die „Wirtschaftswoche“ unlängst berichtete. Er tut genau das, was sich für Mittelständler mit Fachkräftebedarf in der Provinz besonders lohnt – und positioniert sich als Arbeitgeber nach allen Regeln der strategischen Kunst auf dem Markt, so wie gewiefte Unternehmer dies sonst für die Kunden tun. Tatsächlich klingt es personalstrategisch höchst klug, den für IT-Nerds so wichtigen regelmäßigen fachlichen Austausch einfach zu sich ins Haus zu holen. Für ein regelmäßiges Developer-Camp stellte der Versandhändler Bier kalt, Sitzsäcke in die Lounge und ein Buffet in den Eingangsbereich – was sich in der gut vernetzten Branche dann auch rasch herumgesprochen haben dürfte und ihn zum Anziehungspunkt macht.

Familienfreundlichkeit wird für Bewerber wichtiger

Darüber hinaus empfiehlt sich natürlich das Naheliegende: Unternehmer in der Provinz sollten alle potenziellen Mitarbeiter ansprechen, also zum Beispiel auch Ältere. Bei jungen Mitarbeitern können sie mit Entscheidungs- und Entfaltungsfreiheit punkten. Und sie müssen sich den privaten Interessen und Wünschen potenzieller Mitarbeiter öffnen. Bei der Entscheidung für ein Jobangebot zählt nicht nur, dass hohe Lebensqualität geboten wird – wobei es durchaus ein Argument sein kann, dass man dort arbeitet, wo andere Urlaub machen. Aber Unternehmer auf Mitarbeitersuche sollten vor allem bedenken, dass gerade junge Fachkräfte heute auch auf ein Rundumpaket an Familienfreundlichkeit achten, gern inklusive Home Office und Kinderbetreuung im Betrieb. Darüber konnten Sie hier ja bereits einiges lesen.

Bleibt nur die Frage, ob Sie diese Punkte bei Ihrem Personalmarketing schon konsequent beachten, um sich gegen attraktive Wettbewerber und Regionen durchzusetzen.