Ausbildung

Begrüßen Sie neue Lehrlinge mit Infos und Aufmerksamkeiten

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Auszubildende sollten eine Willkommensmappe erhalten. Ein Mentor erleichtert die Eingewöhnung, ein Mobilgerät auf Firmenkosten steigert die Motivation, gut Ausrüstung muss eine Selbstverständlichkeit sein.

In vielen Betrieben fällt er bereits morgen, in anderen spätestens am 1. September: der Startschuss für das neue Ausbildungsjahr. Sind Sie darauf vorbereitet, Lehrlinge im Unternehmen willkommen zu heißen und ins Team zu integrieren? Oder haben Sie, wie viele Firmenchefs, das Thema seit der Unterschrift unter dem Ausbildungsvertrag vor sich hergeschoben und in den Sommerferien dann endgültig aus den Augen verloren? In diesem Fall ist es jetzt höchste Zeit zum Handeln.

Begrüßen Sie Auszubildende mit einer Willkommensmappe

Egal, wie gut der Neue den Betrieb kennt: Eine Ausbildung ist etwas anderes als Schülerpraktikum oder Ferienjob. Darum sollte das Unternehmen noch einmal per Willkommensmappe ausführlich vorgestellt werden. Hilfreich sind nicht nur Informationen über Historie und Produkte, sondern auch Hinweise zum praktischen Verhalten etwa bei Krankmeldung plus Kontaktdaten der jeweiligen Ansprechpartner. Wie wichtig das ist, habe ich gemerkt, nachdem mein Sohn den Ausbildungsbetrieb gewechselt hatte. Die Krankmeldung per eingescanntem gelben Zettel funktionierte beim ersten Arbeitgeber sehr gut, weil sich im Begrüßungspaket eine entsprechende E-Mail-Adresse fand. Dass diese sinnvolle Angabe in der voluminösen Imagebroschüre des zweiten Betriebs ebenso wie ein direkter Telefonkontakt fehlte, fiel uns erst bei der ersten Krankschreibung auf und führte zu hektischem Telefonieren mit wiederholtem Weiterverbinden, um die Abwesenheit der richtigen Person zu melden. Und wenn Sie nicht nur über allgemeine Regeln informieren, sondern auch über Sozialleistungen, Bonussysteme sowie Weiterbildungsmöglichkeiten oder praktische Hilfe etwa zur Wohnungssuche bieten, fühlt sich der neue Lehrling sicher ernst genommen und gut aufgehoben. Ach so: Ein klar strukturierter Ausbildungsplan mit Zeiten und Inhalten ist übrigens auch sinnvoll, damit die Ausbildung nicht als Black Box erscheint.

Motivieren Sie mit einem Mobilgerät auf Firmenkosten

Erleichtert wird das Ankommen und Wohlfühlen im Betrieb – nicht nur bei jungen Leuten – durch persönliche Zuwendung und individuelle Unterstützung. In der Praxis bewährt hat sich, dem Auszubildenden einen Mentor zur Seite zu stellen, mit dem er sich regelmäßig austauschen kann. Das muss nicht der Meister oder Chef sein – oft hilft es mehr, wenn ein Geselle den Lehrling unter seine Fittiche nimmt, weil er altersmäßig näher am Neuen ist und seine Jugendsprache versteht. Selbstverständlich sollte es sein, schon am ersten Tag einen Spind mit kompletter Arbeits- oder Sicherheitsausstattung reserviert zu haben – übrigens für jeden, der auch nur für kurze Zeit im Unternehmen ist, selbst Aushilfen und Ferienjobber. Ein besonderes Zuckerl wäre es natürlich, falls zu der persönlichen Ausrüstung ein Mobilgerät zur beruflichen wie privaten Nutzung gehört – das hilft beim Einstieg in die Industrie 4.0, wird von vielen Firmenchefs aber sogar bereits bei der Suche nach Auszubildenden als Argument genutzt, um Kandidaten für den eigenen Betrieb zu begeistern. Wer es richtig anstellt, kann Geräte und Verträge als Betriebsausgabe ansetzen, ohne dass dem Mitarbeiter Kosten für die Nutzung entstehen, was gerade für Auszubildende ein erheblicher geldwerter Vorteil ist – reden Sie darüber mit Ihrem Steuerberater.

Nutzen Sie die Nachvermittlung zur Lehrlingssuche

Und falls Sie sich einen Lehrling wünschen, aber keinen gefunden haben? Dann brauchen Sie trotzdem eine aktuelle Willkommensmappe und sollten rasch den Kontakt zu Kammern und Arbeitsagentur suchen. Viele Ausbildungsplätze können auch noch per Nachvermittlung bis zum Jahresende besetzt werden. Die Kammern bieten ihren Mitgliedsbetrieben entsprechende Lehrstellenbörsen, und auch die Bundesagentur für Arbeit kann helfen. Mein Sohn hat seinen zweiten Ausbildungsbetrieb über die Jobbörse der Arbeitsagentur gefunden – sehr zur Freude des Unternehmens, das ihn mitten im Ausbildungsjahr übernommen hat und jetzt sehr zufrieden ist.