Berufspendler

Warum nicht zur Arbeit schwimmen oder radeln?

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Stress auf dem Weg zur Arbeit – im Sommer schwitzen viele Pendler in Auto, Bus oder Bahn, wenn es sich staut oder die Abfahrt verzögert wird. Ein guter Grund, um über Alternativen wie Radeln oder Schwimmen nachzudenken.

München scheint wirklich ganz besondere Gewässer zu haben. Der durch den Englischen Garten fließende Eisbach wird sommers wie winters von Surfern genutzt – gerne auch zur Werbung. Jetzt entdecken – der warmen Jahreszeit angemessen – sogar Pendler die Isar als probates Mittel, um dauerverstopfte Straßen zu umgehen. Die Frankfurter Rundschau hat mit einem Unternehmer gesprochen, der sich schwimmend vom Ufer vor seinem Haus bis zur Arbeit den stressigen Anfahrtsweg erspart. Jeden Morgen checkt er Pegel und Temperatur der Isar und zieht Badelatschen zum Schutz der Füße an. Einige ziehen vor der Arbeit ihre Runden in See oder Freibad, um sich fit zu halten, andere nutzen dafür schon den Weg ins Büro … Nur zurück geht es für den Unternehmer dann über Land.

Warum nicht mal zur Arbeit schwimmen?

Auch andernorts finden Menschen zunehmend Gefallen an diesem alternativen Weg zur Arbeit – etwa in der Schweiz, wo die Basler mit dem sogenannten Wickelfisch sogar eine Art wasserdichten Rucksack entwickelt haben, um Kleidung und Arbeitsutensilien trocken ans Ziel zu bringen. 22 Grad Wassertemperatur im dortigen Rhein machen das Pendeln im Nass sicher angenehm – aber weiter flussabwärts wäre das sowohl temperaturbedingt als auch aus Sicherheitsgründen indiskutabel, denke ich. In Köln wird deshalb das Konzept von Wasserbussen geprüft. Das stelle ich als langjährige Ex-Kölnerin mir tatsächlich sehr erleichternd vor. Ich habe einen Teil der Zeit rechtsrheinisch gewohnt – die rechte Rheinseite ist als „Schäl Sick“ verpönt, aber „Dat Wasser vun Kölle ess besser“, dank des bergischen Ursprungs – und wegen fehlender Brücken kaum einen Weg direkt zurücklegen können.

Zu-spät-Kommer-Service der Verkehrsbetriebe

Der Isarpendler wird trotz Niedrigtemperaturen etwas für seine Gesundheit tun und sich so bestimmt richtig fit halten. Vor allem aber hat er Weg und Verkehrsmittel frei gewählt – was die psychische Belastung durch das Pendeln schon mal deutlich reduzieren dürfte. Das wird sicher auch die Berliner interessieren. Dass die Spree für das Flusspendeln taugt, dürfte sich dort so mancher wünschen. Zahllose verärgerte bis hilflose Posts auf Facebook über notorische Verspätungen und Ausfälle bei den Berliner Verkehrsbetrieben – über die der Kunde zudem gern bis zuletzt im Unklaren gelassen wird – sprechen Bände. Immerhin haben die Transportexperten das Chaos nun so weit im Griff, dass sich Fahrgäste ihre Entschuldigung für das Zu-spät-Kommen für den Arbeitgeber gleich online ausdrucken können.

Auch ein Firmenfahrrad wäre eine Alternative

Aber weg vom Schwimmen: Auch ohne Fluss muss es nicht nur per Auto über verstopfte Straßen zur Arbeit gehen. Gerade im Sommer ist das Fahrrad ein probates Mittel, um sich morgens schon beim Weg ins Büro auf Touren zu bringen. Damit tun Sie nicht nur etwas für Ihre Gesundheit oder die Ihrer Mitarbeiter. Auch steuerlich kann sich das Firmenfahrrad oder die Pendlerpauschale für den Drahtesel lohnen – fragen Sie mal Ihren Steuerberater. Und denken Sie daran: Der Dienstwagen mag weiter ein beliebter Gehaltsbestandteil sein, aber nicht nur in Ballungsräumen begeistern sich immer mehr junge Fachkräfte heutzutage für teure Fahrräder – gerne als vom Betrieb gestelltes Extra. Ich kenne Fälle, in denen gut bezahlte Spezialisten sich den Luxus leisten, im Münchner Umland zu wohnen und – zumindest bei entsprechendem Wetter – morgens 30 Kilometer zur Arbeit zu radeln, dort zu duschen und dann im Anzug den Kunden oder Mitarbeitern zu begegnen. Austrainiert, hellwach, mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht.