Flugreisen

Preiswert und entspannt in den Urlaub starten

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Flugbuchungen sind eine Kunst für sich. Wer die richtigen Tricks kennt, kann viel Geld sparen. Wichtig ist auch, bei Verspätungen oder Stornierungen seine Rechte zu kennen und einzufordern.

Der Fluggesellschaft Air Berlin geht es nicht gut. Mit einem neuen Kurs will sie jetzt aus der Krise steuern. Einen Weg zu mehr Einnahmen hat ihr das Landgericht Berlin aber blockiert: eine für die Richter unübersichtliche, missverständliche und intransparente Preisanpassungsklausel, die Kunden enorme Kostensteigerungen beschert hätte. Ohne Absatz, Aufzählungs- und Gliederungspunkte verbarg sich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) in kompliziertem Juristendeutsch ein 272 Wörter zählender Passus, der auf Risiken höherer Treibstoffkosten, Veränderungen bei Steuern und Gebühren, Emissionszertifikationskosten und Wechselkursänderungen hinwies. Falls diese Ausgaben um über zehn Prozent steigen, so die Aussage, wollte Air Berlin den Flugpreis nachträglich erhöhen.

Preissteigerung darf nicht in AGB versteckt werden

Gut, dass dies als Verstoß gegen das Transparenzverbot gerichtlich untersagt wurde. Natürlich würden viele Unternehmer mögliche Preissteigerungen gerne unauffällig in den AGB verstecken, aber echte Kundenorientierung sieht nun wirklich anders aus. Wer nicht mit offenen Karten spielt, hofft vergeblich auf loyale Kunden. Das gilt für die AGB ebenso wie für Werbung, vor allem jene Fußnoten, mit denen marktschreierische Angebote plötzlich weitgehend relativiert werden. Neben Fluggesellschaften sind hier vor allem die Mobilfunk- und Kabelanbieter besonders kreativ – was mir in diesen Fällen fast wie ein anderes Wort für unseriös erscheint …

Bei der Buchung auf versteckte Gebühren achten

Aber zurück zu den Airlines: Weil die Sommerferien vor der Tür stehen, sind Tipps für preiswerte Tickets und zum richtigen Verhalten bei Problemen mit der Flugabwicklung natürlich gefragt. Grundsätzlich gilt zum Beispiel, dass der Endpreis bei einer Onlinebuchung sofort erkennbar sein muss, statt im Kaufvorgang mit jedem Klick zu steigen. Aber erfindungsreiche Manager haben schon in den Auswahlprozess viele Kostentreiber eingebaut – Gepäck wird extra berechnet, der Platz mit Beinfreiheit auch und das Essen sowieso. Daher ist es wichtig, sich bei der Buchung im Internet nicht von Startseitenwerbung wie „Preis ab 94 Euro“ blenden zu lassen. Immer noch gängig ist es, erst beim Kauf darauf hinzuweisen, dass der beste Preis nur bei Zahlung mit einer ganz besonderen Kreditkarte gilt, die natürlich kaum jemand hat. Einen interessanten Spartipp für ausgefuchste Übersee-Reisende hat „Travelbook“: Wer online bucht, kann auf vielen Portalen die Währung einstellen und den Preis in Dollar oder der Währung des Ziellandes per Kreditkarte zahlen. So ließe sich trotz anschließender Umrechnung und eventueller Auslandseinsatzgebühr viel Geld sparen …

Für Flugverspätung eine Ausgleichszahlung verlangen

Und was passiert, wenn der Flieger viel zu spät ist? Dann empfiehlt es sich, sofort die gesetzlich zustehende Ausgleichszahlung zu verlangen, die beträchtlich sein kann: Bei Strecken über 3.500 Kilometern mit Start oder Ziel außerhalb der EU etwa sind bei über vier Stunden Verspätung 600 Euro vorgesehen, bei mehr als drei Stunden auf einer Strecke bis zu 1.500 Kilometern immer noch 250 Euro. Inzwischen gibt es Internetportale, über die Ansprüche geltend gemacht werden können. Wichtig ist vor einer Klage immer die Rücksprache mit dem Anwalt: Nur er kann beurteilen, ob im konkreten Fall außergewöhnliche Umstände vorliegen, sodass die Fluglinie nicht zahlen muss.

Unpassende Reise über Stornoportal weiterverkaufen

Manchmal müssen Reisen aber auch aus privaten oder betrieblich bedingten Gründen abgesagt werden. In diesem Fall wird zumindest keine Stornierungsgebühr fällig, hat das Kammergericht Berlin geurteilt. Auf den vollen oder gemäß der Stornierungsbedingungen vorgesehenen Teilkosten der Reise bleibt der Kunde natürlich sitzen. Deshalb sollte geprüft werden, ob sich die Reise nicht weiterverkaufen lässt, etwa in einem sogenannten Stornoportal.