Versicherung

Reale Policen gegen virtuelle Bedrohungen aus dem Netz

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Für Unternehmer sind Cyberrisiken eine echte Gefahr. Neue Versicherungen helfen, die Folgen von Hackerangriffen finanziell aufzufangen. Jede Police muss auf Kosten und Konditionen geprüft werden.

Die zunehmende Digitalisierung durch Internet der Dinge und Industrie 4.0 bringt den Unternehmen neue Gefahren ins Haus – auch kleinen Betrieben, die sich bei diesen Themen nicht als Vorreiter sehen und die damit verbundenen Sicherheitsrisiken eher auf die leichte Schulter nehmen als Konzerne. Cyberkriminelle sowie Staatshacker könnten allerdings jederzeit jeden ins Visier nehmen, der verwundbar erscheint oder nach ihrer Einschätzung etwas zu bieten hat. Dass viele Firmenchefs sich deshalb zu Unrecht in Sicherheit wiegen, konnten Sie hier bereits lesen. Mehr Engagement für IT-Sicherheit sollte also die Devise sein.

Versicherung gegen Cyberattacken erleben einen Boom

Zumindest aus einer Richtung erreichen die Unternehmer bei diesem Thema aber auch gute Nachrichten: Die Versicherungswirtschaft sucht intensiv nach Lösungen, mit denen sie Cyberrisiken abdecken können, speziell zugeschnitten beispielsweise auf die Bedürfnisse von Handwerksbetrieben. In der Assekuranzbranche, so schreibt das „Handelsblatt“, herrsche eine regelrechte Goldgräberstimmung – schließlich sei kein Unternehmen zu klein oder uninteressant, um nicht mit gekaperten Daten und gesperrten Geräten erpresst werden zu können, stellt der Branchenverband der Versicherungswirtschaft (GdV) fest. Auch über solche Attacken konnten Sie hier schon lesen.

Eine Betriebsunterbrechungsversicherung ist immer gut

Grundsätzlich tut jeder Unternehmer immer gut daran, für den Fall einer Betriebsunterbrechung auch mit einer Versicherung vorzusorgen. Das ist ein wichtiger Teil des Risikomanagements. Mit Blick auf das durchaus reale Risiko, Opfer eines Hackerangriffs zu werden, sollten Sie sich also ruhig die neuen Angebote einmal anschauen. Technische Aspekte müssen dabei mit dem IT-Dienstleister geklärt und mit den Vertragsbedingungen der Policen abgeglichen werden. In diesem Zusammenhang könnte es sinnvoll sein, generell zu klären, wie aktuell die Hard- und Softwareausstattung ist beziehungsweise wie wirkungsvoll das Konzept der IT-Sicherheit – etwa in Form starker und wirklich geheimer Passwörter. Und es bietet sich bei dieser Gelegenheit auch an, mit Blick auf Haftungsrisiken für mögliche Schäden anderer etwa durch über die eigene Internetseite eingeschleuste Viren oder ähnliche Risiken den Rechtsanwalt zu fragen, was hier noch zu beachten wäre.

Unternehmer müssen die Risiken des Internets verstehen

Zwar sind bei den neuen Cyberversicherungen noch einige Haken zu entfernen, so das „Handelsblatt“ – beispielsweise der, dass die für die Risikoberechnung der Police nötigen Erfahrungswerte und Zeitreihen in diesem Schadensbereich noch komplett fehlen. Außerdem entdecken Hacker täglich neue Angriffsziele oder -methoden, die eventuell nicht abgedeckt sind. Daher sollten möglichst wenige Ausschlussklauseln und -gründe aufgeführt sein. Aus welch unerwarteter Richtung so mancher Angriff kommt, zeigte zuletzt ein Teenager aus Großbritannien: Er hackte 150.000 Drucker und ließ darauf ASCII-Kunst ausdrucken. Mit dem Internet der Dinge kommen ganz neue Aufgaben auf die Informatik-AGs und deren Lehrer zu. Und eben auch die Versicherer sowie Unternehmer, die mit dem Risiko umgehen müssen.