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Die digitale Transformation hat gerade erst begonnen

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Neue Hardware – in Form von Drohnen oder 3D-Druckern – und leistungsfähige Software – in Form von Big-Data-Analysen für Maschinendaten – ändern die Wirtschaft massiv. Die CeBIT zeigt die Trends.

Als wir über die heute beginnende CeBIT gesprochen haben, sagte ein Kollege vergangene Woche: „Ich kann das mit der digitalen Transformation echt nicht mehr hören.“ Er meinte, allen nur denkbaren Themen werde derzeit dieses Label aufgeklebt, damit man sie besser verkaufen könne. Man müsse doch nur auf die Internetseiten der großen Unternehmensberatungen gehen. Alle paar Wochen erschienen dort Studien zu einem neuen Stichwort, die die Kunden zum Handeln motivieren sollten: Das reiche von der virtuellen Realität über die künstliche Intelligenz bis zur Blockchain, durch die das Bezahlen und Vertragsmanagement mit nicht manipulierbaren digitalen Informationsblöcken sicherer werden soll – das könnte den Austausch von Geld und Dokumenten zwischen Partnern revolutionieren. Jeder normale Unternehmer müsse doch frustriert aussteigen aus dieser sich permanent beschleunigenden Diskussion über disruptive Technologien und Geschäftsmodelle, die einem kaum noch Zeit für das Tagesgeschäft lasse.

Digitalisierung mit Experten und Unternehmern diskutieren

Zumindest in einem Punkt hat der Kollege recht: Man droht den Überblick zu verlieren über die zahllosen neuen Entwicklungen in den verschiedensten Bereichen, von der Technologie bis zur Prozessorganisation. Dieses Gefühl der Überforderung darf jedoch nicht dazu führen, dass man sich komplett aus der Diskussion verabschiedet. Besser sollte sich jeder Firmenchef oder leitende Angestellte bemühen, jene Trends zu identifizieren, die sich positiv auf die tagtägliche Arbeit in seinem Unternehmen auswirken könnten. Nicht allein in seinem Büro, sondern auch im Austausch mit Praktikern und Forschern auf Messen wie eben der CeBIT sowie im Gespräch auf Augenhöhe mit anderen Firmenchefs oder Experten, etwa beim Unternehmer-Club von DATEV. Denn die neuen Technologien sind nun Mal da, und sie haben das Potenzial für massive Veränderungen. Selbst im Handwerk steigt das Interesse an vorausschauender Wartung, Tracking-Systemen, Robotern, 3D-Druckern oder Drohnen – denn wer sich intensiv mit diesen Themen beschäftigt, erkennt schnell die Vorteile, die deren Einsatz für den eigenen Betrieb bringen kann.

Permanent wachsam bleiben und neue Chancen ergreifen

Deshalb bin ich auch nicht der Meinung meines Kollegen, dass man doch nur noch frustriert aus der Diskussion aussteigen könne. Nein. Man muss sich den neuen Themen stellen, sich damit beschäftigen, sie ernst nehmen, ohne aber bei der Planung für den eigenen Betrieb die Bodenhaftung zu verlieren. Eines jedoch wäre unternehmerischer Selbstmord: sich erst mal zurückzulehnen und abzuwarten, was denn so alles passiert in Sachen neuer Technologien und Geschäftsmodelle. Das Tempo der Veränderungen ist rasant, und es dürfte sogar noch weiter zunehmen – etwa was die Übertragungsraten in Mobilfunk und Festnetz angeht (siehe Grafik), die sich massiv auf Marketing und Service auswirken sowie Kundenerwartungen beeinflussen können. Bleiben Sie also wachsam, denken Sie mit.