Führerschein

Befristete Fahrerlaubnis wird zum Elchtest für Unternehmer

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Seit 2013 erteilte Führerscheine haben für einige Kategorien eine nachträgliche Befristung auf fünf Jahre erhalten. Firmenchefs müssen prüfen, welche Mitarbeiter ab 2018 eine Verlängerung brauchen.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so schnell wieder mit Führerscheinklassen beschäftigen werde. Erst im November ging es hier ja darum, wie sich die Umstellung von den guten alten Kategorien „1“ bis „5“ auf die europaweit einheitlichen 17 Kategorien von „AM“ bis „T“ konkret auf jene auswirkt, die ihre Fahrerlaubnis schon lange besitzen und nun, etwa wegen Diebstahl oder Verlust, ein neues Dokument brauchen. Dabei gehen Gewohnheitsrechte verloren, beispielsweise wird aus der alten Klasse „3“ neben der neuen Klasse „B“ nicht auch automatisch Klasse „T“ zum Bewegen von Zugmaschinen oder selbstfahrenden Arbeitsmaschinen. Wer nicht tatsächlich solche Fahrzeuge gesteuert hat und dies nachweisen kann, muss die entsprechende Prüfung absolvieren. Nun droht sogar Ärger mit Nutzfahrzeugen, was viele Unternehmen betreffen könnte.

Manche Fahrerlaubnis künftig nach fünf Jahren ungültig

Das Magazin „Fuhrpark & Management“ berichtet über eine kurzfristige Änderung der Fahrerlaubnisverordnung als Reaktion auf ein EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland. Die bereits in Kraft getretenen Neuregelungen betreffen rückwirkend alle seit 19. Januar 2013 erteilten Fahrerlaubnisse der Klassen C, C1, C1E und CE, also etwa für Lastwagen zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen oder Zugmaschinen in diversen Anhängerkombinationen. Vor allem mit Blick auf „C1“ und „C1E“, bei denen es um leichte Lkw und Gespanne geht, müssen Unternehmer dringend prüfen, welcher Mitarbeiter die Fahrerlaubnis nach diesem Tag erhalten hat. Eigentlich sollte sie bei einer Erteilung ab dem 19. Januar 2013 bis zum 50. Lebensjahr gelten und dann nach einer positiven Gesundheitsprüfung einschließlich Augentest für jeweils fünf Jahre verlängert werden. Künftig verliert die Fahrerlaubnis entgegen dem auf der Rückseite der Plastikkarte in Spalte elf vermerkten Ablaufdatum grundsätzlich nach fünf Jahren ihre Gültigkeit.

Unternehmer müssen regelmäßig Führerschein kontrollieren

Für den betroffenen Mitarbeiter und das Unternehmen hat dies erhebliche Auswirkungen. Wer nach fünf Jahren ohne Verlängerung weiter die entsprechenden Fahrzeuge steuert, riskiert ein Strafverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Und wer als Firmenchef seine Teams einteilt, muss regelmäßig genau prüfen, welcher Beschäftigte noch welche Fahrzeuge bewegen darf – oder ob es schon wieder Zeit für die Verlängerung ist. Vielleicht wäre es sinnvoll, die entsprechenden Daten zentral zu notieren und einmal im Monat routinemäßig nachzusehen, ob bald jemand zur Prüfung muss. Oder im elektronischen Kalender oder der Personalakte wird eine Erinnerungsfunktion aktiviert, die rechtzeitig auf das Ablaufdatum hinweist. Klar, das verursacht einen gewissen Aufwand – aber immer noch besser, als ein Strafverfahren zu riskieren oder die Mitarbeiter nicht mehr frei zum Führen der leichten Nutzfahrzeuge einteilen zu können.