Personalpolitik

Füllen Sie Ihre Fachkräftelücke mit Flüchtlingen

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Viele Betriebe können nicht alle Lehrstellen besetzen, viele suchen generell händeringend qualifizierte Mitarbeiter. Wer Flüchtlinge einstellt, um seine Personalprobleme zu lösen, sollte aber die damit verbundenen rechtlichen Aspekte unbedingt mit einem Anwalt klären.
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Chance oder Risiko? Der Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland bestimmt weiter die politische Auseinandersetzung. Auf Bundesebene erklärte die Kanzlerin: „Wir schaffen das.“ Viele Spitzenpolitiker schlossen sich dieser optimistischen Sichtweise an. Auf regionaler Ebene setzen Lokalpolitiker, Kommunalverwaltungen und Ehrenamtliche in Initiativen alle Hebel in Bewegung, um die Neuankömmlinge unterbringen und versorgen zu können. Auch die Wirtschaftsverbände positionieren sich offensiv und betonen die Vorteile, die der Zuzug vor allem junger Menschen bietet. „Die meisten Flüchtlinge bringen eine unglaubliche Moral und Lernwillen mit“, so Alexander Legowski, Sprecher des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), im „Spiegel“. Mittelfristig könnten sie den vom Fachkräftemangel bedrohten Unternehmen helfen, ihre Personalprobleme zu lösen – und so den Wirtschaftsstandort Deutschland nicht belasten, sondern sogar stärken.

Füllen Sie mit Flüchtlingen Ihre Fachkräftelücke

Damit das mittelfristig klappt, sind aber zwei Herausforderungen zu bewältigen. Erstens gilt es, die individuelle Integration jedes Flüchtlings in Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern. Dazu zählen mehr und schnellere Deutsch- oder allgemeine Vorbereitungskurse, sagt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke und sieht darin eine dringende Aufgabe der Politik: „Die Bereitschaft unserer Betriebe zur Integration der Kriegsflüchtlinge ist enorm. Aber für den deutschen Arbeitsmarkt oder die duale Ausbildung fehlen in der Regel die unverzichtbaren deutschen Sprachkenntnisse.“ Zweitens brauchen Betriebe die Sicherheit, dass Auszubildende nicht während oder gleich nach der Lehre abgeschoben werden. Hier war das vom Bundestag beschlossene „Gesetz zur Neubestimmung des Bleiberechts und der Aufenthaltsbeendigung“ ein Schritt zu mehr Planungssicherheit für Firmenchefs, die offene Stellen mit Flüchtlingen besetzen wollen. Nur so lassen sich unendliche Geschichten vermeiden, bei denen Azubi und Ausbildungsbetrieb lange bangen müssen, ob die Zusammenarbeit von den Behörden genehmigt wird.

Aber klären Sie jeden Einzelfall mit einem Rechtsanwalt

Genau deshalb sollten Sie als Firmenchef die Flüchtlinge als Chance wie auch als Herausforderung begreifen. Als Chance, einsatzbereite und lernwillige Mitarbeiter zu gewinnen. Und als Herausforderung, alle mit ihrer Einstellung verbundenen rechtlichen Fallstricke zu umgehen. Denn das gute Gefühl, einem Flüchtling neue Perspektiven zu bieten, dürfte rasch verfliegen, wenn er dann wegen irgendwelcher juristischer Details doch nicht beschäftigt werden darf. Bereiten Sie so eine Personalentscheidung also gut vor. Viele Informationen dazu finden Sie im Leitfaden „Potenziale nutzen – geflüchtete Menschen beschäftigen“ der Bundesagentur für Arbeit. Außerdem sollten Sie jeden Fall mit Ihrem Anwalt durchsprechen, um herauszufinden, ob eine problemlose Beschäftigung möglich ist oder Dokumente fehlen und Formalien erledigt werden müssen. Wenn Sie eine Einstellung so absichern, tun Sie etwas Gutes für den Flüchtling und für Ihren Betrieb.