Geschäftsführerhaftung

Die D&O bietet umfassenden Schutz für geschäftsführende Gesellschafter

KOMMENTAR
Beitrag teilen

Als Unternehmer drohen Ihnen von vielen Seiten Haftungsrisiken. Weichen lassen sich mit der Rechtsform stellen – bei einer GmbH bleibt das Privatvermögen vom Betrieb getrennt. Und eine D&O-Police sorgt für den Fall der persönlichen Haftung vor.

Als Inhaber oder Geschäftsführer eines Unternehmens bewegen Sie sich juristisch häufig auf dünnem Eis. Dass Sie haften, ist Ihnen sicher bewusst. In welchem Umfang, das können Sie angesichts der komplexen Rechtslage vielleicht gar nicht überblicken. Selbst in kleinen Betrieben mit mehreren Anteilseignern verklagt das Unternehmen schon mal seinen geschäftsführenden Gesellschafter auf Schadensersatz, wie etwa in diesem Fall laut Markt und Mittelstand. Gegenüber der eigenen Firma haften Sie unter anderem für fehlerhafte Vertragsgestaltungen oder Kalkulationen, nachlässiges Durchsetzen von Ansprüchen gegenüber Dritten oder verspätete Entscheidungen, durch die hohe Folgekosten entstehen. Von außen können Sie in die Haftung genommen werden, wenn Ihr Unternehmen etwa Steuern oder Sozialversicherungsbeiträge nicht abführt, unrichtige Bescheinigungen ausstellt oder Fördermittel falsch einsetzt.

Bei mehreren Chefs haftet jeder für alles

Prinzipiell haftet bei mehreren Geschäftsführern jeder für alles, unabhängig von eventuellen Zuständigkeitseinteilungen in der Geschäftsordnung. Gehen Sie nicht davon aus, dass Fehler im Nachbarressort auch dort bleiben. Besonders schwerwiegend wirkt sich so etwas beispielsweise bei Steuerschulden aus. Nehmen wir den nicht gerade seltenen Fall, dass ein Geschäftsführer vorzeitig Gläubigerforderungen begleicht und kein Geld für die später fällige Lohn- oder Umsatzsteuer bleibt. Unterstellt das Finanzamt schuldhaftes Verhalten, haften die Geschäftsführer persönlich. Dabei muss das Amt nicht einmal durch die Instanzen gehen. Es kann selbst eine Entscheidung herbeiführen und vollstrecken. Und dann auch noch unter mehreren Geschäftsführern den mit dem größten Privatvermögen heraussuchen. Der muss dann selbst zusehen, wie er seinen Mitgeschäftsführern ihren Anteil wieder abfordert.

Guter Schutz ist eine D&O-Versicherung

Glücklicherweise lassen sich – solange nicht kriminell oder grob fahrlässig gehandelt wird –  zahlreiche Risiken der Geschäftsführung über eine sogenannte D&O-Police versichern. Mehr über die generellen Vorteile der Haftungsbeschränkung durch Gründung einer GmbH und die damit verbundenen Pflichten des Geschäftsführers erfahren Sie in der neuen Ausgabe des Unternehmermagazins TRIALOG. Auch Ihr Steuerberater weiß, wie die Haftungsbeschränkung optimal wirkt und was unbedingt im Tagesgeschäft beachtet werden muss, damit die Vorteile dieser Konstruktion nicht gefährdet werden. Ergänzt werden kann die Rechtsform der GmbH dann ideal durch eine zum Unternehmen passende Managerhaftpflichtversicherung, die Directors&Officers-Police (D&O-Police).

Konzerne versichern so ihre Topmanager

Unter Führungskräften größerer Unternehmen hat sich die Absicherung über so eine Managerhaftpflichtversicherung längst durchgesetzt. Viele Konzerne gewinnen gute Kandidaten nur, wenn eine solche Police zum Vergütungspaket zählt. Für geschäftsführende Gesellschafter einer kleinen GmbH kann nach einem Bericht der „Welt“ oft schon eine sogenannte Drittschadens-D&O reichen, die nur Haftungsansprüche im Außenverhältnis abdeckt. Schon die Abwehr unbegründeter Schadensersatzforderungen löst rasch stattliche Anwalts- und Gerichtskosten aus – am besten achten Sie beim Versicherungsschutz darauf, dass er eine Rechtsberatung einschließt. Sinnvoll sein kann auch eine Deckungserweiterung für Kosten einer PR-Beratung zur Minderung von Reputationsschäden, um die häufig mit Haftungsfällen einhergehenden Imageprobleme abzufedern. Die Policen greifen bei Fahrlässigkeit, also wenn Ihnen mal ein Fehler unterläuft. Weil gerade Geschäftsführern in Haftungsfällen oft gleich Vorsatz unterstellt wird, empfiehlt das Magazin impulse, zusätzlich eine Strafrechtsschutzpolice abzuschließen.

Firmenchefs haften auch für ihre Mitarbeiter

Als Firmenchef sollten Sie sich unbedingt mit diesem Thema beschäftigen. Sie haften nicht nur für eigene Fehler und die möglicher Mitgeschäftsführer, sondern auch für die Fehler von Mitarbeitern – selbst wenn die verantwortliche Posten besetzen und auch dann, wenn Sie inhaltlich keine Schuld an einem Risiko oder Fehlverhalten trifft, betont Josef Scherer, Jura-Professor für Risiko- und Krisenmanagement an der Hochschule Deggendorf. Also: Fragen Sie Ihren Steuerberater oder Rechtsanwalt, wie er Sie in Sachen D&O unterstützen kann.

Foto: Fotolia