Fahrzeugleasing

Restwertvorteil aus Betriebsmitteln steuerpflichtig

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Das Leasing von Firmenwagen ist beliebt, da es die Liquidität schont sowie weitere – auch steuerliche – Vorteile bietet. Einen dieser Steuervorteile haben die Richter des Bundesfinanzhofs jetzt aber kassiert: Ein niedriger Restwert soll künftig generell als Entnahme gewertet werden.

Für die meisten Unternehmer ist es keine Frage: Der Firmenwagen wird natürlich geleast statt über eine Kreditfinanzierung gekauft, da dies zahlreiche steuerliche und auch andere Vorteile mit sich bringt. Die Leasingrate beispielsweise lässt sich jeden Monat voll als Betriebsausgabe gewinnmindernd ansetzen, während ein Fahrzeug beim Kauf über – in der Regel – sechs Jahre abzuschreiben ist. Außerdem lassen sich Leasingautos inklusive Versicherung und Wartungsvertrag buchen, sodass der Nutzer für eine feste Monatsgebühr ein „Rundum-sorglos-Paket“ erhält. Dazu kann nach Ablauf des Leasingvertrags sogar der Kauf des – gut gepflegten – Autos zu einem fixen Restwert zählen, der deutlich unter dem Marktwert liegt, wenn zuvor relativ hohe Monatsraten gezahlt wurden.

Das Fahrzeugleasing verliert einen großen Vorteil

Mit einem wichtigen Steuervorteil aber ist es jetzt nach dem Willen des Bundesfinanzhofs vorbei, so handwerk magazin. Wer das Ankaufsrecht für einen geleasten Firmenwagen an seinen Ehepartner übertrug, der das Auto dann verkaufte, musste den dabei entstehenden Gewinn bislang nicht versteuern. Dem schob der BFH nun einen Riegel vor und legte fest, dass die Kaufoption zum einem günstigen Restwert als Entnahme zu versteuern ist. Schließlich sei dieser Wert ja auch mit Betriebsmitteln erkauft worden, argumentieren die obersten Finanzrichter in ihrem Urteil.

Rechnen Sie die Finanzierungsalternativen durch

Der Fiskus profitiert nun automatisch von der Differenz zwischen dem mit der Leasinggesellschaft vereinbarten Ankaufswert und dem meist höheren Marktwert – egal, ob der Unternehmer selbst oder der Ehepartner das Auto verkauft. Daher sollte jeder Firmenchef auch für schon angeschaffte Fahrzeuge mit dem Steuerberater klären, wie jetzt am besten zu verfahren beziehungsweise mit welchen zusätzlichen Steuerzahlungen zu rechnen ist. Und auch bei künftigen Anschaffungen sollten Unternehmer diese Gerichtsentscheidung berücksichtigen. Lohnen kann sich die Anschaffung per Leasing je nach Finanzlage nach wie vor – bei Fahrzeugen ebenso wie bei Maschinen oder anderen Betriebsmitteln. Gleichzeitig gewinnt aber auch die Langzeitmiete als Alternative zum oft steuergünstigen Leasing an Attraktivität, schreibt das Handelsblatt. Gerade für Dienstwagen der Mitarbeiter könnte dieses Modell nun attraktiver werden.

Der Steuerberater kennt die jeweils günstigste Lösung für den Einzelfall. Am besten, Sie rechnen mit ihm mehrere Möglichkeiten durch.

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