Firmenchefs müssen für die Scheidung vorsorgen

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Was passiert, wenn eine Unternehmerehe scheitert? Ohne klare Vereinbarung ist die Existenz des Betriebs gefährdet. Daher sollen entsprechende Verträge, etwa zu Gütertrennung und Zugewinnausgleich, vom Steuerberater und Rechtsanwalt so formuliert werden, dass eine private Krise nicht die Existenz ruiniert.

Scheidung Ehevertrag Guetertrennung Unternehmen 800px Panorama

Rein beziehungstechnisch betrachtet, hat das neue Jahr für die illustrierte Presse ereignisreich begonnen. Das Show-Sport-Glamour-Team Sylvie und Rafael van der Vaart zog zwischen Weihnachten und Silvester ebenso einen Schlussstrich unter ihre Beziehung – und bekommt dafür via Twitter Beziehungstipps von Boris Becker – wie das Ex-Bundespräsidenten-Paar Christian und Bettina Wulff. Der „Stern“ interpretiert kurzerhand das im September erschienene Buch der ehemaligen First Lady als vorgezogenen Abschiedsbrief, der „Spiegel“ erklärt seinen Lesern das Instrument der von den Wulffs bei einem Anwalt unterzeichneten Trennungsvereinbarung, „Focus“ spekuliert über den künftigen finanziellen Spielraum der Beteiligten.

Was passiert bei der Scheidung mit dem Betrieb?

Und was tun Sie? So hart das klingt: Als Firmeninhaber sollten Sie diese öffentlich breitgetretenen Privatangelegenheiten zum Anlass nehmen, sich auch einmal intensiv mit Ihrer Beziehung zu beschäftigen. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich glaube Ihnen gerne, dass in Ihrer Ehe alles perfekt läuft. Ich wünsche es Ihnen sogar von ganzem Herzen. Und doch kann heute niemand wissen, was in, na ja, sagen wir mal fünf Jahren sein wird. Immerhin lag 2011 die Scheidungsrate in Deutschland bei fast 50 Prozent: 377.831 Ehen wurden geschlossen, 187.640 aufgelöst. Falls es irgendwann mal tatsächlich in Ihrer Ehe knirscht, sollte dies nicht auch noch Ihr Unternehmen in die Krise stürzen, weil beispielsweise Gesellschaftsanteile ausgezahlt werden müssen.

Haben Sie einen wasserdichten Ehevertrag?

Bei „business-wissen.de“ finden Sie einen interessanten Überblick, wie Unternehmerehepaare dieses Thema regeln könnten, etwa durch einen klassischen Ehevertrag oder mit der Vereinbarung einer Gütertrennung. Hierbei behält jeder Ehepartner sein Vermögen, über dessen Bestimmung nur er verfügen darf. Und nach der Scheidung entfällt der Zugewinnausgleich. Interessant klingt auch die Sache mit dem Vorbehaltsgut. Das, so „business-wissen.de“, sei „eine spezielle Möglichkeit, bestimmte Güter als Betriebsvermögen zu deklarieren … Über dieses Vermögen darf dann nur der Ehepartner entscheiden, der auch tatsächlich unternehmerisch tätig ist.“ Empfehlenswert ist auch eine notariell beurkundete Scheidungsfolgenvereinbarung als Alternative zum Gerichtsprozess. Mit ihr lassen sich alle Aspekte einer Trennung abdecken und abseits von der Öffentlichkeit klären. Über den für Sie passenden Lösungsweg sollten Sie unbedingt mit Ihrem Anwalt und mit Ihrem Steuerberater sprechen.

Oft erfährt der Fiskus nach einer Scheidung vom Schwarzgeld

Vor einem allerdings kann selbst die beste Vereinbarung nicht schützen: Rache. Sollte es – was ich natürlich nicht glaube – irgendwo in Ihrer Steuererklärung etwas geben, von dem Ihr Ehepartner weiß, dass es nicht ganz sauber ist, drohte allerhöchste Gefahr. Steueranzeigen in Sachen Schwarzgeld beispielsweise liebt der Fiskus fast ebenso wie den Ankauf von Schweizer CDs. Auch bei der Einkommensteuer sollten Getrennte nicht zu gierig sein – selbst wenn sie sich einig sind und gemeinsam profitieren. Der „Zahnärzte Wirtschaftsdienst“ berichtet von einem Fall, in dem ein Ehepaar dem Finanzamt die Trennung verschwieg und eine gemeinsame Steuererklärung abgab. Die so erzielte Ersparnis wurde geteilt. Durch eine Steuerprüfung flog die Sache auf. Der Mann hatte die Trennungsunterlagen im Finanzamtsordner abgeheftet und musste sich ebenso wie seine Ex einem Steuerstrafverfahren stellen.

Foto: Shutterstock